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Anwendung des Monats Dezember 2004 - KPilot!

 

Klaus Stärk hat Adriaan de Groot zu KPilot interviewt.

Im Bild rechts sieht man Adriaan mit seiner kleinen Tochter Mira.

Adriaan de Groot
 

Adriaan, bitte stelle Dich kurz vor, was ist Deine Rolle im KDE-Projekt?

Ich bin Adriaan de Groot, eine Person, die schon lange bei PIM dabei ist. Ich mache vor allem Fehlerbehebung bei KPilot — Ob das meine Rolle ist? Ich arbeite auch an anderen Sachen mit, wie etwa der Portabilitäsüberwachung (sowohl FreeBSD als auch Solaris)1, generelle Fehlerbehebung (Ich benutze nie Software ohne nicht für eine Fehlersuche bereit zu sein), dann ein paar Sachen beim Qualitätsteam wie das Managen der Junior Jobs und dazu versuche ich, den Leuten zu helfen, die mit der KDE-Entwicklung beginnen. Sie dürfen dazu gerne die Webseite Tink's Interviews mit mir besuchen, um einen kleinen Einblick zu erhalten.

1 Fussnote: Dank der Qualität von KDE und dem QT-Framework ist wirklich nur wenig Code von KDE nicht portierbar. Ausser Sie haben mit den Systemadministrationswerkzeugen zu tun und sogar dort können Plugins und genügend #ifdeffing helfen. Als Resultat ist der KDE-Desktop bemerkenswert gleich zwischen Linux, den BSDs und Solaris. Dies bedeutet, dass in der Praxis dem Desktopbenutzer keine grossen Unterschiede zwischen den verschiedenen Betriebssystemen auffallen.

Wann hast Du mit der Arbeit an KPilot begonnen?

Im Jahre 1998 hatte ich meinen ersten Palm V™, ließ KPilot laufen und dachte, dass er etwas Auffrischung gebrauchen könnte und sandte einen Patch an Dan Pilone (dem damaligen Autor von KPilot). Dieser wurde akzeptiert und ab dort begann es. Im Rückblick war es eigentlich eine exzellente Junior Job Situation. — Eine kleine Verbesserung in einer Anwendung, gut unterstützt vom Autor, führte dazu, dass jemand in KDE involviert wurde.

KDE 3.3 wurde erst vor wenigen Wochen veröffentlicht. Es wird gemunkelt, dass das KDE Qualitäts-Team geholfen hat, KPilot fertig zu stellen. Ist dies richtig? Wie wurde dies denn gemacht?

Ja, das KDE Qualitäts-Team half auf mehrere Arten. Eine war, dass Carlos Wölz viele Stunden investiert hat, die Dokumentation auf den neusten Stand zu bringen, was unter anderem beinhaltete, alle Screenshots zu prüfen und die neuen Möglichkeiten zu beschreiben. Dazu prüfte er alle "Wasistdas?" Meldungen und fügte fehlende hinzu. Das gibt KPilot fast 100% "Wasistdas?" Abdeckung, was ziemlich einzigartig ist. Wir diskutierten dazu das Erscheinungsbild und die Benutzerfreundlichkeit, was zu manchen neugestalteten Menüs und Popups führte. Dazu gab es neue Icons und den KPilot Splashscreen Wettbewerb. Beide führten zu einem erneuerten Aussehen (der alte Splashscreen war seit 1998 da). Der neue passt jetzt viel besser zum Rest der PIM Suite. So steckte das Qualitäts-Team einen Haufen Arbeit in die Anwendung und ich schätze ihre Mitarbeit wirklich.

KPilot ist Teil der KDE PIM Familie. Kannst Du uns Vorteile nennen, dass KPilot ein Teil der PIM Familie ist?

Nun, es besteht zwar der Nachteil, dass es länger dauert, um Fehlerbehebnungen zu den Leuten zu bringen und viele betreffen dummerweise Handhelds die ich nicht besitze. In solchen Fällen bedeutet es eine grössere Aufgabe und ich erstelle vielfach separate Releases als Tarbäll.

Dies ist ein Nachteil, doch es gibt dagegen sehr viele Vorteile: Allan, Cornelius, Daniel, Ingo, Matt, Reinhold, Till, nur um ein paar zu nennen. Es ist ein bisschen wie eine grosse Familie und es besteht eine grosse Kommunikation unter den PIM-Leuten. Wir arbeiten zusammen an neuen Features und versuchen, neue Talente einzubinden. Dazu generieren die anderen Leute von PIM manchen guten Code, den ich selber nutzen kann.

Was sind die Hauptziele für die Zukunft der PIM Familie?

Meine persönliche Information ist gefragt? Widerstand zwecklos? Ich hasse etwas über die PIM Familie zu sagen, ohne zuerst mit den Anderen gesprochen zu haben. Nun, ich will es trotzdem versuchen. Zurück in Osnabrück hatten wir einen genauen Plan für KDE 3.3. Manches wurde schon realisiert, anderes hingegen... Ich wünschte mir, dass PIM ein geschlossener Satz von Anwendungen wird, die in einem speziellen Weg mit KDE operieren, so dass alle Tag-für-Tag Informationen gut gemanagt werden können, wie es die Leute heutzutage erwarten. Etwa aufzeichnen von Gesprächen über mehrere Medien wie Email und IM. Dazu eine Koordination verschiedener Informationen in einer gemeinsamen Basis. Etwas in diese Richtung. Zur gleichen Zeit sollte es immer noch eine Sammlung von nützlichen Anwendungen sein, die ihrem eigentlich Zweck, wie etwa dem versenden von Mails, dienen. KPilot passt in diese Ziele, indem es (gewisse) Handhelds in die PIM-Familie integriert. So können die Informationen von ihrem Desktop einfach zu ihrem Handhelp gelangen1 2.

1 Fussnote: Natürlich, sollte es so sein. In der Praxis ist dies sehr schwer zu erreichen durch die Begrenzungen von beiden Seiten. (KMail macht es immer noch schwierig für mich, individuelle Nachrichten zu bekommen, dadurch kann ich die Mails nicht abgleichen) Ich habe nicht annähernd genug Zeit um all diese Änderungen und Eigenschaften in die PIM Anwendungen und Bibliotheken zu integrieren.
2 Fussnote: KitchenSync ist vorgeschlagen worden, um das gleiche zu erledigen mit einer API, die genügend generell ist, um mehr als einen Typ von Handheld zu unterstützen. Ich warte daher noch, um zu sehen, ob der KPilot Code wiederverwendet werden kann für den Palmsupport.

Was denkst Du über den jetzigen Status der Groupware-Möglichkeiten auf dem KDE Desktop?

Hmm... Zur Zeit benutze ich weder die Groupware-Möglichkeiten von Kolab, eGroupware oder Groupwaise, noch benutze ich Kontact. Ich bin glücklich mit der Integration zwischen den Anwendungen. Es fasziniert mich, so weit ich integriert bin.

KPilot wurde unter der GPL veröffentlicht. Was denkst Du über Open Source? Hast Du je daran gedacht, Deine Software kommerziell zu vertreiben?

Ich persönlich wählte gar nicht die GPL für KPilot — dies tat Dan vor mir. Ich programmierte aber etwas unter der LGPL, um es für Dritthersteller möglich zu machen, Plugins kommerziell zu erstellen. Nicht dass dies schon geschehen wäre, doch es wäre möglich. Ich habe Stallman sprechen gehört, er hat sicher bei einigen Sachen recht, doch sicher nicht bei allen (Emacs? Uhh. Ich bin halb vi, halb kate und denke, dass die KDE Entwickler ihre eigenen Werkzeuge benutzen sollten, wie etwa kate oder kdevelop und trotzdem Patches einsenden sollen). Ich glaube nicht die Häfte von dem, was die Masse für Opensource in Anspruch nimmt. Mir macht es Spass, es können soziale Kontakte gepflegt werden und nach einer Weile entsteht brauchbare Software.

Ich habe nie daran gedacht, meine Software kommerziell zu veröffentlichen, zu viele Schwierigkeiten, zu viel Verantwortung.

Wie viele Zeit verwendest Du für KPilot?

Dies variiert sehr. In der Vergangenheit viele Abende von 22 Uhr bis 2 Uhr morgens, manchmal aber auch Wochen, in denen ich nur Mails beantwortet habe. Ist abhängig von meiner Stimmung. Dazu gibt es viele andere Sachen, die ich noch erledigen sollte oder muss.

Was machst Du, wenn Du nicht programmierst?

Ich unterhalte meine Familie. Schreibe an einer Diplomarbeit und war die letzten zwei Monate mit dem Hausumzug beschäftigt.

Lieblingsessen?

Tortillachips ohne Beilage.

Richard Stallman oder Linus Torvalds?

Richard, seit ich ihn gesehen habe und mir eine eigene Meinung bilden konnte. (etwa 50% positiv). Linus ist nur eine graue Maus — und vergesst nicht, ich benutze kein Linux1.

1 Fussnote: Ok, ich installierte SuSE 9.1 auf einer Testmaschine, um zu schauen, wie KPilot sich dort verhält, da ich einen Patch von jemandem bekommen hatte, der dort involviert ist und ich ein System brauchte, das in der Standardkonfiguration bei den Zeitzonen versagt.

Emacs oder vi?

vi — doch wie ich schon sagte, es sollte kate sein.

Deine favorisierte UNIX/Linux Distribution?

Ein aktuelles FreeBSD 5.

Dein öffentlicher gpg-Schlüssel?

FEA2 A3FE ist für persönliche Sachen, B571 535C ist für KPilot-spezifische Sachen (Damit signiere ich die Tarballs).


Adriaan de Groot ist per E-Mail unter der Adresse groot@kde.org zu erreichen. Das Interview zur Anwendung des Monats KPilot führte Klaus Stärk in englischer Sprache. Ins Deutsche übertragen von Markus Grob.

Eine Kurzbeschreibung zu KPilot finden Sie an dieser Stelle.

[ Edit ]

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