Anwendung des Monats Dezember 2004 - KPilot!
KPilot - eine Kurzübersicht
Nachdem im letzten Monat das Adressbuch aus der PIM-Serie von KDE vorgestellt wurde, ist es in diesem Monat das Palm™-Synchronistationsprogramm KPilot. Damit eine kurze Beschreibung möglich ist, werden alle Geräte, für die es gedacht ist, einfach Palm™ genannt. KPilot dient nicht nur zum Datenabgleich mit verschiedensten Geräten, die das PalmOS™ verwenden, sondern es kann auch Programme installieren und vieles mehr. Auf der Hauptseite des PIM (Personal Information Management) Projektes wird auf die eigene Webseite des KPilot Projektes verwiesen. Eine kurze Zusammenfassung des Programmes sei hier wiedergegeben.
"KPilot ist ein Ersatz für die Palm™ Desktop Software der Firma Palm™ Inc.
Damit ist es möglich, Informationen von Ihrem Palm™ / Palm™ Pilot / Visor™ Computer
mit dem KDE-Desktopcomputer auszutauschen. Dabei erledigt KPilot diese Aufgaben
nicht alle selber, sondern greift dazu auf manch andere Anwendung von KDE 3.x
zurück. Damit ist es möglich, alles zu erledigen, was mit der Originalsoftware
möglich ist, wenn nicht sogar mehr.
KPilot enthält Plugins, die es ermöglichen, dass Sie Informationen zwischen
Ihrem Palm™ und anderen Anwendungen wie dem KOrganizer oder POP3/SMTP Mailservern
austauschen können. In KPilot können Sie Ihre Kontakte ansehen oder ändern,
Notizen schreiben, aber auch neue Programme auf dem Palm™ installieren."
Informationen auf der Webseite von KPilot
Leider stehen dort bis jetzt nur Informationen auf Englisch zur Verfügung. Falls
Sie aber Probleme mit dem Programm haben, steht dort eine
FAQ zur Verfügung,
die viele Fragen klärt, aber auch
neue Programmversionen
als Quelldateien zum Download sind erhältlich. Falls bei der eingesetzten
Version Fehler auftreten, kann man sich dort nach einer neuen Version umsehen,
auf der diese vielleicht schon
behoben wurden.
Zusätzlich sei noch die englische Wiki
erwähnt, auf der Informationen zu pilot-link, einer Programm- und Bibliothekensammlung zur Synchronisation zwischen Rechner und Palm, zu finden sind. Dazu die
deutsche Wiki, die auch ein paar
Informationen bereithält, sowie die deutsche Dokumentation auf
docs.kde.org/de
Bemerkungen zur getesteten KPilot-Version
In den letzten Versionen hat sich manches an der Oberfläche geändert. So wurde ein Assistent eingeführt und verschiedene Menüpunkte verschoben oder zusammengefasst. Es kann daher gut sein, dass Ihre eingesetzte Version sich leicht von der getesteten (4.4.5) unterscheidet. Trotzdem sollten alle Funktionen eingesetzt werden können, auch wenn ältere Versionen nicht alles unterstützen. Updaten Sie in diesem Falle Ihre Version.
Das Hauptfenster von KPilot
Links sind die Hauptanwendungen sichtbar. Diese werden später noch genauer erläutert. Auf der rechten Seite ist das Protokollfenster, das alle Aktivitäten von KPilot aufzeichnet. Die Menuleiste enthält nur wenige Einträge, die aber genügen, um alle Aufgaben zu erledigen. Unterhalb der Leiste sind noch die Knöpfe für den Hotsync, für das Sichern und ein Knopf zum Beenden des Programmes.
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KPilot einrichten
"KPilot einrichten..."
Vor der ersten Nutzung des Programmes, muss es erst einmal eingerichtet werden. Dies geschieht über das Menü Einstellungen -> KPilot einrichten... oder Einstellungen -> Einrichtungs-Assistent. Je nach Version kommt beim ersten Start auch direkt der Assistent.
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Wichtig ist hier, über welche Schnittstelle der Palm™ mit dem Computer verbunden ist. Ist es die serielle, so lautet der Eintrag bei Pilot-Gerät /dev/ttyS0 oder /dev/ttyS1, je nachdem, ob er an der ersten oder zweiten seriellen Schnittstelle angeschlossen wird. Bei Anschluss über die USB-Schnittstelle lautet der Eintrag /dev/ttyUSB0. Diese Werte gelten sicher für die SuSE 9.1 Distribution. Leider ist aber eine Abweichung bei anderen Versionen oder Distributionen nicht auszuschliessen, so dass bei Nichtfunktion das Handbuch zu diesem Thema befragt werden sollte. Stellen Sie sicher, dass der Benutzer über Schreib- und Leserechte für dieses Gerät verfügt, da sonst keine Verbindung möglich ist.
Die Geschwindigkeit der Übertragung sollte beim Palm™-Gerät und in diesem Dialog
gleich eingestellt werden. Dieser Wert ist im Handbuch des Palms™ und in den
Geräteeinstellungen ersichtlich. Normal ist 57600 eingestellt. Den Namen des
Pilot-Benutzers sollte man auch nicht vergessen einzugeben. Dazu muss die
Kodierung der Sprache richtig gesetzt werden. Im deutschsprachigen Raum ist
Westeuropäisch (iso 8859-15) meistens die richtige Wahl.
Die weiteren Felder sind für die Programmfunktion weniger wichtig und werden
daher in dieser Einführung nicht behandelt.
Es ist auch möglich, diese Werte mit dem Assistenten abzufragen, was auch meist richtig funktioniert. Da hier aber auf tieferliegende Programmschichten zurückgegriffen wird, muss im Fehlerfall erst festgestellt werden, ob die Verbindung funktioniert. Dies ist aber nicht Thema dieser Einführung. Sollte das Programm als Benutzer root funktionieren und als normaler Benutzer nicht, so ist es ein Rechteproblem bei der verwendeten Schnittstelle.
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Damit schon beim ersten Datenaustausch mit dem Palm™ alle Daten korrekt zugeteilt werden, sollte man noch die Abgleichprogramme einrichten. Dies ist der zweite Schritt im Assistent. Das Menü kann aber auch über KPilot einrichten erreicht werden. Im Assistent ist zwar nur eine "Gesamtwahl" möglich, doch dies sollte für die meisten Anwendungen genügen. Treten beim synchronisieren Probleme mit einem Programm auf, so kann dies hier eingerichtet werden.
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Diese Programme sind alle nach dem gleichen Muster aufgebaut. Daher wird nur ein Eintrag (Adressbuch) beschrieben:
Im Tab Allgemein wird aufgezeigt, mit welchem KDE-Programm der Abgleich erfolgt.
Im Tab Konflikte kann man einstellen, wer bei widersprüchlichen Angaben bevorzugt wird. Wenn etwa eine Adresse doppelt vorhanden ist, doch mit unterschiedlichen Angaben. Diese Einstellungen können natürlich jederzeit wieder geändert werden.
Der Tab Felder und Benutzerdefinierte Felder enthält die spezifischen Angaben zu diesem Programm. Werden Adressen im Palm™ anders gespeichert, als in KDE, so kann hier eine Anpassung vorgenommen werden. Dieser Tab unterscheidet sich bei den Programmen und kann auch nicht vorhanden sein, falls keine spezifischen Angaben gemacht werden müssen. Im letzten Tab Über sind Informationen über die Entwickler, aber auch, wo bei Problemen um Hilfe angefragt werden kann.
"Kurzbefehle festlegen..."
Hier können Tastaturbefehle eingerichtet werden. So dass vielgebrauchte Menüpunkte schnell aufgerufen werden können. Hier sollte aber darauf geachtet werden, dass keine systemrelevanten Kombinationen doppelt belegt werden.
"Werkzeugleisten einrichten..."
Falls man lieber grafisch arbeitet, kann man mit diesem Menü die Werkzeugleiste mit den gewünschten Knöpfen belegen. So können vielgebrauchte Menüpunkte direkt aufgerufen werden.
"Einrichtungs-Assistent"
Die meistgebrauchten Einstellungen können hier mit dem Assistent eingerichtet werden. Eine Menübeschreibung wurde bereits weiter oben im Kapitel KPilot einrichten durchgeführt.
Der erste HotSync Vorgang
Es kann sein, dass nach Eingabe der grundlegenden Daten folgende Meldungungen erscheinen: Pilot Gerät /dev/pilot existiert nicht. Es wird angenommen, dass das Gerät DevFS benutzt. Versuch das Gerät /dev/pilot zu öffnen... Gerät konnte nicht geöffnet werden: /dev/pilot (wird erneut versucht). Dies hängt warscheinlich mit dem Hotpluging zusammen und kann normalerweise ignoriert werden.
Jetzt sollte nämlich der erste Datentransfer möglich sein. Waren alle Werte richtig, so können Sie den HotSync Knopf unterhalb der Menüleiste drücken. Wenn Sie jetzt den HotSync Vorgang auch auf dem Palm™ einleiten, was auch dort durch einen Knopf geschehen kann (je nach verwendetem Gerät), so sollte sich KPilot mit Ihrem Palm™ abgleichen. Bei der ersten Benutzung werden alle Daten auf den Computer übertragen. Dies dauert zwar etwas länger, doch danach kann dieser Zustand wieder zurückgespielt werden und spätere Backups brauchen nur noch eine kurze Zeit.
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Nachdem nun die Daten abgeglichen sind, kann man sich den Anwendungen und weiteren Funktionen von KPilot zuwenden.
Die Hauptanwendungen von KPilot
"Hotsync"
Zeigt das Protokoll der Verbindungen an. Es werden alle Vorgänge und ausgetauschten Dateien aufgezeichnet.
"Aufgabenanzeige"
Die Aufgaben, die im Palm™ aufgezeigt werden, können auch hier eingesehen werden. Nachdem mindestens einmal ein HotSync durchgeführt wurde, können hier auch Aufgaben notiert werden, die beim nächsten HotSync auf den Palm™ übertragen werden. Da auch hier alle Anwendungen nach dem gleichen Muster ablaufen, wurde auf eine ausführliche Beschreibung aller Optionen verzichtet.
"Adressanzeige"
Hier sind alle auf dem Palm™ gespeicherten Adressen aufgeführt. Diese können etwa mit KAdressbuch abgeglichen werden. Dies wird über die Abgleichprogramme geregelt, die weiter oben behandelt wurden.
"Notizanzeige"
Genau wie bei den Aufgaben, können hier die Notizen angesehen werden, die auf dem Palm™ gespeichert sind. Es ist auch möglich, neue zu erstellen und beim nächsten HotSync auf das Gerät zu übertragen.
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"Allgemeine Datenbankanzeige"
Während die vorherigen Anzeigen sehr einfach aufgebaut sind, braucht es bei
diesem Punkt doch ein paar Erklärungen.
Die Bibliotheken enthalten wichtige Informationen zum Palm™ und installierten
Programmen. Daher ist das editieren nur Benutzern empfohlen, die wissen, was
sie tun.
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Die Daten werden mittels eines externen Hexeditors geändert, der installiert und KPilot bekannt sein muss.
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"Datei-Installierer"
Nachdem man eine neue Anwendung vom Internet heruntergeladen, oder auf einer CD gefunden hat, ist dieses Menü dazu da, diese auch auf dem Palm™ zu installieren. Zuerst wird die Datei über den Knopf Datei hinzufügen gesucht und ausgewählt. Dies kann solange wiederholt werden, bis alle gewünschten Dateien in der Liste stehen. Zur Zeit es es noch nicht möglich, nur einzelne Elemente der Liste zu löschen. Soll daher ein Element entfernt werden, muss die Liste gelöscht und die gewünschten Elemente wieder hinzugefügt werden. Programme mit der Endung .zip müssen vorher entpackt werden. Dateien mit der Endung .prc können hingegen direkt importiert werden.
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Danach wird ein HotSync durchgeführt, bei dem die Dateien automatisch installiert werden.
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Palm™ sichern und wiederherstellen
Während des ersten HotSync-Vorgangs wird ein komplettes Backup des Palm™-Gerätes auf ihren Computer gespielt. Dieses kann über Datei -> Wiederherstellen wieder auf den Palm™ zurückgespielt werden, wobei aber alle Änderungen seit dem letzten Backup verlorengehen. Dies bedeutet, dass sie ihre Daten regelmässig sichern sollten, was während eines normalen HotSyncs automatisch geschieht. Dies heisst, dass danach alle Daten wieder korrekt zurückgespielt werden.
Um aber im Ernstfall nicht unliebsam überrascht zu werden, sollten Sie dies gleich zu Beginn ohne wichtige Daten testen. Leider kann keine korrekte Funktion garantiert werden, doch sollten im Normalbetrieb mit getesteten Geräten keine Überraschungen auftreten.
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Der Punkt Sichern ist dazu da, die inkrementellen Backups, die während eines normalen Hotsync-Vorgangs erstellt werden, durch eine komplette Sicherung zu ersetzen. Sie können die erstellten Daten nach der Sicherung auch woanders abspeichern, doch bei regelmässigem Sync sollten auch diese Backups ersetzt werden, da sonst wie schon erwähnt alle zwischenzeitlichen Änderungen komplett verloren gehen.
Weitere Informationen
Bei Fragen oder Unklarheiten sollten Sie zuerst die Hilfe des Programms in Anspruch nehmen, da diese auf Deutsch verfügbar ist und sehr detaillierte Lösungen anbietet. Sollte das Problem nicht geklärt sein und auch auf den Internetseiten im Abschnitt Informationen auf der Webseite von KPilot nichts zu finden sein, können Sie das Problem der deutschsprachigen Liste kde-de melden, wo man Ihnen sicher weiterhelfen kann. Sonst sind in Englisch über die Adresse kdepim-users noch weitere Anwender erreichbar. Im IRC sind die Entwickler in Channel #kpilot auf dem irc.kde.org Server erreichbar.
Weiter geht es mit einem Interview mit dem Betreuer von KPilot, Adriaan de Groot.
[ Edit ]
KDE für deutschsprachige Benutzer